Nachdem das Osmanische Reich in die Periode der allmählichen Rückgang geriet, hatten die Völker, die das Reich darstellten, mit der Förderung von Russland, England, Frankreich und dem österreichisch-ungarischen Reiches nacheinander mit dem Kampf um ihre Unabhängigkeit begonnen und waren dabei erfolgreich geworden.
Diese Entwicklungen stellten auch ein Beispiel für die Armenier dar. Sie leiteten mit der finanziellen und moralischen Unterstützung derjenigen, die das Osmanische Reich teilen wollten, regionale Aufstände ein. Somit sprach man ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von einer “Armenier Frage”.
Das zaristische Russland, das sich in dieser Periode zunehmend als ein bedeutender Staat hervorhob, sah das Herrschaftsgebiet des Osmanischen Reiches als ein natürliches Expansionsgebiet an und folgte dem Ziel, über die Osmanen an den Süden zu gelangen. Dessen wesentliche Methode war neben dem Krieg, die Rolle des Beschützers der christlichen Völker unter der Herrschaft der Osmanen zu spielen. Andererseits beabsichtigten England und Frankreich, die anderen beiden bedeutenden Mächte der Periode, die Armenier für den Evangelismus und Katholizismus zu gewinnen und hatten in diesem Zusammenhang im Jahre 1830 die armenisch-katholische und im Jahre 1847 die armenisch-evangelische Kirchen in Istanbul gründen lassen. Hinter dieser Interesse Rußlands, Englands und Frankreichs für die osmanischen Armenier lag hauptsächlich unter der Erscheinung des Beschützers der Minderheiten die Absicht, sich in die inneren Angelegenheiten des Osmanischen Staates einmischen zu können und das Reich zu teilen. Continue reading →