DAS UMSIEDLUNGSGESETZ

Die Gründe der Umsiedlung

Gegen die Rebellion und das Gemetzel der Armenier wandte sich die Osmanische Regierung am Anfang an lokale Maßnahmen und versuchte die Vorfälle an Ort und Stelle zu verhindern, bevorzugte in Wehrposition zu verbleiben. Trotz der Flucht der Armenier und des starken Einflusses der armenischen Geistlichen, fand die Regierung es angemessen diese Aufstände als einzelne Versuche anzusehen. Gleichzeitig wurde dem armenischen Patriarchen und den armenischen Volksvertretern, den Führer der Komitees und armenischen Gemeinschaften berichtet, dass in Fällen von neuen Aufständen die Regierung “gezwungen ist, härtere Maßnahmen zu treffen”.

Diese Mühen des Osmanischen Staates sind mit Dokumenten festgelegt. Obwohl die Armenier einige Aufstandsvorbereitungen schon begonnen hatten, noch bevor der Krieg anfing, wandten sie sich nicht zu einem kollektiven Aufstand. Während die osmanischen Armeen an der Front kämpften, wurden die Aktionen der Armenier, “im Dienste der alliierten Kräfte für eine armenische Unabhängigkeit planmäßig fortgesetzt.”

Doch die Tatsache, dass die Tätigkeiten der armenischen Truppen hinter der Front nach den Staaten Gesetzen als Verrat zählte, wurde nicht in Acht genommen. Die armenischen Aufstände fingen hauptsächlich in Ostanatolien an und verbreiteten sich auf die anderen Städte. Mit der russischen Besetzung der Stadt Erzurum und ihrer Umgebung sahen die Armenier “das Blut des Volkes angehörig zu eigenem Recht” an und wie es auch ein deutscher General bezeichnete, fingen sie an “das moslemische Volk auszurotten”.

Während die armenischen Unterdrückungen und Bewegungen andauerten, stellten Sicherheitskräfte bei Durchsuchungen in verschiedenen Gebieten, wo Armenier lebten, eine Mehrzahl an Waffen und Munition sicher. Diese Situation, welche die Existenz des Staates ernsthaft bedrohte, machte ersichtlich, dass sie zu unersetzbaren Konsequenzen führen würde, falls man weiteres Verständnis zeigen sollte. 

Nachdem der Osmanische Staat am Krieg teilnahm und besonders nach dem Niederschlag an der Kaukasus- Front, waren Entwicklungen, wie der wachsende Druck der Armenier auf das moslemische Volk, ihre Flucht aus dem Militär, Angriffe gegen Soldaten und der Gendarmen, die steigende Anzahl der sichergestellten Waffen und Munition, sowie die Aufdeckung von Chiffregruppen im Französischen, Russischen und Armenischen, die wichtigsten Anzeichen und Beweise dafür, dass die Armenier landesweit Unruhen anstifteten.

Neben den Sicherheitsmaßnahmen gegen die Aufstände und Massaker der Armenier, siedelte die osmanische Regierung noch, bevor das Umsiedlungsgesetz in Kraft trat, teilweise Armenier in andere Gebiete um, als die ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichten. Erst nach dem Aufstand der in Van lebenden Armenier kam man auf den Gedanken, eine allgemeine Umsiedlung vorzunehmen. Offizielle Dokumente belegen, dass sich die Armenier aus den umliegenden Gebieten in Van versammelt und bewaffnet, auf das Einrücken der Russen gewartet haben, als der Osmanische Staat in den Krieg verwickelt wurde. Die armenischen Aufstände hatten nicht allein Massaker und Verwüstungen zu Folge. Zugleich konnten die Russen innerhalb eines Monats Van, Malazgirt und Bitlis besetzen. Das Beispiel in Van zeigte, dass man der türkischen Armee immer wieder in den Rücken fallen würde. So blieb der Osmanischen Regierung nichts anderes übrig, als die “Umsiedlung” der, in verschiedenen Teilen des Landes lebenden Armenier zu beschließen.

Als die Aufstände und Massaker der Armenier, die mit den Alliierten- Staaten und Russland zusammenarbeiteten, einen, dem Schicksal des Krieges zu gestaltenden Punkt erreicht hatten, entsandte der amtierende Oberbefehlshaber Enver Pascha am 2. Mai 1915 an Innenminister Talat Pascha ein Schreiben, um eine Lösung zu finden und betonte darin, “die ständig für die Fortsetzung der Aufstände im Van Gebiet bereit stehenden Armenier müssten so aufgelöst werden, dass sie keine Aufstände mehr anstiften könnten.”

Daraufhin befahl Talat Pascha am 23. Mai 1915 in einem Schreiben an das vierte Armeekorps, “die Armenier in Erzurum, Van und Bitlis im südlichen Teil Mousuls, im Sandschak Urfa, ausgeschlossen des Sandschaks Zor und des Kreiszentrums, die Armenier in Adana, Aleppo und Maras im Osten der syrischen Provinz, sowie im Osten und Südosten der Provinz Aleppo anzusiedeln.” Nach Adana, Aleppo und Maras wurden Verwaltungsinspektoren entsandt, die die Umsiedlung überwachen sollten.

Der Traum der Armenier davon, die, während des Ersten Weltkrieges, kontrollierten Orte zu erhalten und einen unabhängigen armenischen Staat zu gründen, für diesen Zweck in den Rücken des Osmanischen Staates zu fallen, dessen Bürger sie waren, sowie ihre Aufstände, hatten eine Umsiedlung notwendig gemacht. Die Umsiedlung der an der Sicherheitszone der Fronten in Kaukasien und im Iran lebenden Armenier war nicht keine Vernichtung der Armenier, sondern hatte das Ziel, die Sicherheit des Staates sowie der Armenier zu gewährleisten. Diese Umsiedlung war die weltweit erfolgreichste Durchführung dieser Art.

Die Umsiedlung wird unverständlicher Weise nicht aus diesem Aspekt betrachtet, sondern unverständlicherweise propagieren Armenier, sowie die armenische Diaspora mit einem antiosmanischen Lügen und einer ungerechten Beschuldigungen. Doch die historische Tatsache ist, dass der Osmanische Staat die Armenier mit einem beispiellosen Vorgehen vor der Ausrottung geschützt hat. Das armenische Volk hat ihre heutige Existenz dem guten Willen und dem Erfolg des Osmanischen Staates zu verdanken. Armenien und die Armenier sollten, -ganz abgesehen von den Beschuldigungen- dem Osmanischen Staat dankbar sein, da er sie geschützt und ihnen die Gründung einer unabhängigen Kirche möglich gemacht hatte. Sie sollten die glaubwürdige und treue Annäherung der in der Türkei lebenden Armenier zu diesem Thema sich zum Vorbild nehmen.

UMSIEDLUNGSGESETZ

Die Umsiedlung der Armenier stützte sich auf ein Gesetz und war keine willkürliche Durchführung. Das betreffende Gesetz mit vier Artikeln umfasst “die Maßnahmen, die während eines Krieges gegen Personen, die in Tätigkeiten gegen den Staat verwickelt sind, zu fassen sind.” Das Gesetz trat nach dem folgenden Prozess in Kraft:

Während das Innenministerium gegen die aufständischen Armenier Maßnahmen, wie ihre Verhaftung ergriff, behaupteten Russland, Frankreich und England in einer gemeinsamen Deklaration am 24. Mai 1915, die Türken würden in Ost- und Südostanatolien, welche sie seit einem Monat als “Armenien” bezeichneten, die Armenier töten, wobei die Osmanische Regierung für die Vorfälle verantwortlich gemacht werde.

Talat Pascha schickte am 26. Mai 1915 ein Schreiben an das Ministerpräsidium, nachdem das Thema eine solche internationale Dimension erhalten hatte. Darin berichtete Talat Pascha über die armenischen Aufstände und Massaker, woraufhin die Umsiedlung der Armenier in andere Gebiete beschlossen worden sei. Das Ministerpräsidium brachte das Thema sofort auf die Tagesordnung des Parlaments. Dabei stellte sich das Ministerpräsidium hinter den Beschluss über die Umsiedlung, die für die Sicherheit des Staates beschlossen worden war und sprach sich für eine betreffende gesetzliche Regelung dafür aus. Noch am selben Tag verabschiedete das Parlament ein betreffendes Gesetz über die Umsiedlung. Das am 27. Mai 1915 im Parlament verabschiedete “Umsiedlungsgesetz” erschien am 1. Juni 1915 im amtlichen Blatt, damals Takvim-i Vekayi genannt, und trat in Kraft.

Der Artikel 1. des Gesetzes sah “die Bekämpfung und Vernichtung von bewaffneten Reaktionären vor.” Der 2. Artikel bestimmte “die Umsiedlung der Einwohner von Dörfern und Ortschaften, wo gegen die Armee spioniert und Verrat begangen wurde.” Der 3. Artikel des Gesetzes umfasste das Datum, an dem es in Kraft trat und der 4. Artikel beschrieb die Verantwortlichen der Umsetzung des Gesetzes.

Das Gesetz wurde allein zur Wahrung des Staates und der öffentlichen Ordnung verabschiedet und war ein Gesetz über die Vollmachten gegen die Gewalt. Die wichtigste Eigenschaft des Gesetzes ist, dass darin “eine ethnische Gruppe weder erwähnt noch angedeutet” worden ist. Im Rahmen des Gesetzes wurden moslemische, griechische und armenischstämmige osmanische Staatsbürger in andere Orte umgesiedelt. Aus diesem Grund beruht die Behauptung, wonach dieses als Umsiedlungsgesetz bekanntes Gesetz nur gegen ein bestimmtes Volk gerichtet sei, entweder auf Fehlinformation oder ist absichtlich auf die Tagesordnung gebracht worden.

Das Ministerpräsidium entsandte am 30. Mai 1915 an das Innen- Kriegs- und Finanzministerium je ein Schreiben, worin es die Durchführung der Umsiedlung detailliert beschrieben und folgendes unterstrichen wurde:

Die Personen, welche die Umsiedlung umfasst, werden sicher in die neuen Umsiedlungsgebiete verlegt.

Die Verpflegungskosten werden, solange aus dem Auswandererfond gedeckt, bis die Umsiedler in ihre neuen Häuser eingezogen sind.

Parallel zu ihrer früheren wirtschaftlichen Lage werden sie Häuser und Felder erhalten.

Für Bedürftige wird die Regierung Häuser bauen; für Bauern und allen Beschäftigten im Agrarwesen wird die Regierung Samen und die erforderlichen landwirtschaftlichen Geräte zur Verfügung stellen.

Das Mobiliar wird ebenfalls in die jeweiligen neuen Gebiete transportiert und den Besitzern übergeben; die Immobilien werden registriert und nach der Feststellung des Wertes, wird das Geld den Besitzern ausgezahlt.

Die Einkommensquellen der Umsiedler, wie Oliven- Maulbeer- und Orangengärten, Läden, Karawansereien, Fabriken und Depots werden versteigert oder vermietet. Der Erhalt wird an Ombudsmann-Güterkassen übergeben, welche die Einkommen an die Besitzer zahlen sollen.

All diese Themen werden von Sonderkommissionen verfolgt und es wird eine detaillierte Vorschrift vorbereitet.

Ist ein ein Telegramm von Talat Pascha zu sehen, worin er einen Völkermord an Armeniern befohlen hat? Nein.

Talat Pascha brachte bei jeder Gelegenheit zur Sprache, dass die, gegen die Armenier getroffenen Maßnahmen keinesfalls die Ausrottung der Armenier zum Ziel hatte. Einen offenen Beweis dafür, bildet das chiffrierte Telegramm von Talat Pascha, das er am 29. August 1915 an die Gouverneure und Vorsteher der betreffenden Provinzen schickte. Es heißt darin:

“Bei der Umsiedlung der Armenier in neue Gebiete hat die Regierung das Ziel, die Armenier an ihren, gegen die Regierung gerichteten Aktivitäten, sowie an ihrem nationalen Vorhaben zur Gründung einer armenischen Regierung zu verhindern. Die Vernichtung dieser Menschen kommt nicht in Frage. Außerdem müssen bei der Umsiedlung die Sicherheit der Umsiedler gewährleistet, sowie die Verpflegungskosten aus den staatlichen Ausgaben gedeckt werden. Gegen diejenigen, die die armenischen Kolonnen angreifen oder gegen Gendarmen und Beamten, die bei möglichen Angriffen eine anführende Rolle spielen sollten, müssen sehr harte gesetzliche Maßnahmen getroffen werden. Solche Personen müssen sofort aus dem offiziellen Dienst entlassen und dem Kriegsgericht ausgestellt werden.”

Dies ist der Befehl von Talat Pascha. Doch diejenigen, die den angeblichen Völkermord an Armeniern auf die Tagesordnung brachten, manipulierten diese Tatsache und warfen Talat Pascha vor, ein Massaker an Armeniern angeordnet zu haben. Bei ihren Behauptungen stützen sich diese Personen auf das Buch des Armeniers, Aram Andonian, das unter dem Titel “Memoiren von Naim Bey / Offizielle türkische Dokumente über Zwangsumsiedlung und Massaker an Armeniern” 1920 in London erschien.

Das in diesem Buch als Beweis gezeigtes, angebliches Telegramm von Talat Pascha ist ein gefälschtes Papier. Nach Untersuchungen bewiesen Sinasi Orel und Süreyya Yuca, dass es sich bei diesem Telegramm um ein gefälschtes Dokument handelt.

DIE DURCHFÜHRUNGEN WÄHREND DER UMSIEDLUNG

Mit der Durchführungsverordnung, die gemäß Gesetz ausgearbeitet wurde, waren die Durchführungen der Umsiedlung detailliert festgeschrieben worden. Diese Verordnung umfasste sogar die Regeln der Übernahme von Mobilien und Immobilien, der Feststellung der Felder und der Ernte, ihre Registrierung und die Verteilung von warmen und Fleischgerichten an die Umsiedler. Die Verordnung beinhaltet nicht das geringste Zeichen für eine Zerstörung des Mobiliars und Immobilien oder das Töten von Menschen, ganz im Gegenteil wird unterstrichen, dass allen Verantwortlichen, die bei der Durchführung einen Fehler machen, schwere Strafen, bis hin zu der Todesstrafe, drohen.

Wie auch aus dem Befehl über die Durchführung zu entnehmen ist, sollten die Umsiedler ihr Mobiliar mitnehmen, oder diese später erhalten. Die Immobilien dagegen sollten versteigert und die Einkommen daraus an die Besitzer bezahlt werden.

Armenische Kolonnen, die im Rahmen dieser Regeln in neue Gebiete umgesiedelt werden sollten, wurden in Zentren wie Konya, Diyarbakir, Cizre, Birecik und Aleppo versammelt.

Für die Sicherheit der Menschen wurden möglichst leicht zu hinterlegende Routen gewählt. Dabei wurden Routen, an denen sich Eisenbahnlinien sowie die “Sahtur (Schachtur)” genannten Flussboote befanden, bevorzugt.

Ungeachtet des anhaltenden Krieges an den Fronten gab man sich große Mühe, damit die Umsiedlerkolonnen keine Schäden erlitten. Der amerikanische Konsul in Mersin, Edward Natan, betonte in seinem am 30. August 1915 an den Botschafter Morgenthau geschickten Bericht folgendes: “Die Route zwischen Tarsus und Adana ist voll von Armeniern. Ungeachtet der Schwierigkeiten wegen der großen Menschenmenge leitet die Regierung diese Tätigkeit sehr ordnungsgemäß. Gewalt und Unordnung haben hier keinen Platz. Die Umsiedler erhalten genügend Fahrkarten und Bedürftigen wird geholfen.”

Hätte die Osmanische Regierung die Ausrottung einer bestimmten Menschengruppe zum Ziel, hätte sie die Beschlüsse über die zu gewährleistenden Bedingungen während der Umsiedlung, den Schutz der Kolonnen gegen Banditenüberfälle, die Hilfe für Kranke, den Schutz der Kinder, über die Registrierung ihres hinterlassenen Besitztums sowie über die Vergabe von Fleischgerichten in bestimmten Perioden nicht umgesetzt. Aus all diesen Gründen hatte die Umsiedlung nicht die Ausrottung der Armenier, sondern die Gewährleistung der Sicherheit des Staates sowie den Schutz der Armenier zum Ziel.

Auslagen während der Umsiedlung

Zwecks der Kosten der Moslems, Griechen und Armenier, die umgesiedelt wurden und des Bedarfs der Auswanderungsbewegungen, die nach Anatolien durchgeführt worden sind, ist ein Generaldirektorat für Auswanderer (Generalverwaltung für Auswanderer) gegründet worden. Durch diese Verwaltung wurde versucht, Probleme der Unterbringung, Lebensunterhaltung, sowie auch andere Sorgen der Auswanderer zu lösen.

In den Dokumenten der Durchführung werden detaillierte Informationen darüber gegeben, in welchen Provinzen und Kreisbezirken Krankenhäuser erbaut worden sind und in welchen Gebäuden für die Kinder der Armenier, die als Waise zurückgeblieben sind, Plätze eingeräumt worden sind. Es geht außerdem aus den Dokumenten hervor, dass für die Führung, Ansiedlung und Verpflegungskosten der Auswanderer, die umgesiedelt worden waren, im Jahre 1915, 25 Millionen Kurus und bis Ende 1916, 230 Millionen Kurus ausgegeben worden sind.

Den Kolonnen wurden Fahrzeuge und Reittiere besorgt und Frauen, Kindern und Kranken ein besonderes Interesse gezeigt. Im 2. Artikel der Verordnung, die vom Innenministerium veröffentlicht wurde, ist deutlich erklärt worden, dass “die Armenier all ihre Tiere und ihr sämtliches Mobiliar mitnehmen können”. Im 3. Artikel steht ausdrücklich “für die Sicherheit der Armenier während der Reise in die neuen Siedlungsgebiete, für ihre Verpflegung und Unterbringung, sind die Verwaltungsbehörden der jeweiligen Orte verantwortlich, wo sich die Kolonne gerade befindet. Bei einer Vernachlässigung oder einem Desinteresse werden der Reihe nach alle Beamten zur Verantwortung gezogen.”

Unter Umsiedlern, die den Seeweg benutzten, wurde als Vorbeugung gegen die damals verbreitete Malaria-Epidemie Chinin verteilt. Kranke durften neben zivilen Krankenhäusern auch von Militärkrankenhäusern Gebrauch machen. Waisenkinder wurden in Waisenhäuser oder bei Familien in den neuen Siedlungsgebieten untergebracht. Ihnen wurde eine Ausbildung ermöglicht, damit sie einen Beruf erlernen konnten.

Die Osmanische Regierung gab für die Umsiedlung der Armenier sehr hohe Beträge aus. Zugleich wurden die Schulden der umgesiedelten Armenier an den Staat oder an Personen entweder verschoben oder gänzlich gestrichen. Die aus Amerika für armenische Umsiedler geschickte Finanzhilfe wurde mit Hilfe der amerikanischen Missionare und dem Konsul an Armenier verteilt.

Die armenische Bevölkerungszahl vor der Umsiedlung

Die Lage der armenischen Einwohnerzahl vor und nach der Umsiedlung ist das bislang am meisten missbrauchte und gefälschte Thema, das durch die armenischen Komitadschis und der heutigen Unterstützer ausgenutzt wird. Trotz Registrierungen, offizieller Zahlen, Kircheneintragungen, der sich in Berichten ausländischer Missionare befindenden Einwohnerzahlen und anderer Dokumente wird ständig im Gegensatz zu den damaligen Einwohnerzahlen eine mehrfach erhöhte Zahl angegeben. Diese Zahlen werden unglaublich übertrieben um eine Grundlage für die Behauptung über Völkermord an Armeniern zu erstellen.

Manche der angegebenen Zahlen überschreitet sogar mehrfach die Zahl der weltweiten armenischen Bevölkerung.

Einige ausländische Quellen geben die Zahl der, während des Ersten Weltkrieges auf osmanischen Territorien lebenden armenischen Bevölkerung wie folgend an:

Der armenische Patriarchat 2,5 Millionen

Die armenische Delegation bei der

Lausanner- Konferenz 2,2 Millionen

Das französische Gelbe- Buch 1,5 Millionen

Britannica 1,5 Millionen

Der englische Jahresbericht 1 Million

Den offiziellen Dokumenten des Osmanischen Reiches nach betrug die Zahl der Armenier:

Der Volkszählung im Jahre 1893 nach 1.001.465

Der Volkszählung im Jahre 1906 nach 1.120.748

Der Volkszählung im Jahre 1914 nach 1.221.850

Sowohl den osmanischen, als auch den Statistiken der Armenier und Ausländer nach, lag die Bevölkerungszahl der, während des Ersten Weltkrieges auf osmanischen Territorien lebenden Armenier bei rund 1.250.000.

Zweifelsohne befinden sich die verlässlichsten Zahlen in den offiziellen Dokumenten. Das Generaldirektorat für Statistik wurde im Osmanischen Reich 1892 gegründet. Generaldirektor des Amtes war im Jahre 1892 Nuri Bey. Zwischen 1892 und 1897 bekleidete dieses Amt der Jude Fethi Franco, zwischen 1897 und 1903 der Armenier Migirdic Sinabyan, zwischen 1903 und 1908 der Amerikaner Robert und zwischen 1908 und 1914 Mehmet Behic Bey. So standen die Bevölkerungsdaten in der Zeitspanne, wo es zu den wichtigen Vorfällen kam, die die Armenier Frage auf eine politische Ebene übertrugen, unter der Kontrolle von Ausländern. Und in diesem Zusammenhang muss davon ausgegangen werden, dass die osmanischen Daten der Wahrheit entsprechen, da das Gegenteil nicht bewiesen und dokumentiert werden konnte.

Die neuen Siedlungsgebiete der Armenier

Im Rahmen der Umsiedlung wurden die Armenier aus den Provinzen Erzurum, Van und Bitlis im südlichen Teil Mousuls, sowie in den Sandschaks Zor und Urfa, aus der Umgebung von Adana, Aleppo und Maras im Osten Syriens, sowie im Osten und Südosten Aleppos angesiedelt.

Die neuen Siedlungen mussten in mindestens 25 km Entfernung zu der Eisenbahnstrecke liegen. Die armenische Bevölkerung durfte nicht mehr als 10 Prozent der moslemischen Einwohnerzahl betragen und die Dörfer durften höchstens aus 50 Häusern bestehen.

Die umgesiedelte armenische Bevölkerung

Die Zahl der Armenier, die auf verschiedenen Wegen in ihre neuen Siedlungsgebiete reisten, wurde sowohl am Ausgangsort als auch am Endziel ständig kontrolliert. Im osmanischen Staatsarchiv befinden sich Dokumente, die die Zahl, der vom 9. Juni 1915 bis zum 8. Februar 1916 aus verschiedenen Teilen Anatoliens in andere Gebiete umgesiedelten Armenier, sowie auch die Zahl der an ihren früheren Orten gebliebenen Armenier. Diesen Dokumenten nach wurden insgesamt 438.758 Personen umgesiedelt. 382.148 davon kamen gesund in neuen Siedlungsgebieten an. Zwischen diesen Zahlen besteht ein Unterschied von 56.610 Personen. Der Unterschied trat nach Dokumenten wie folgend auf. 500 Menschen wurden zwischen Erzurum und Erzincan, 2.000 in Meskene, zwischen Urfa und Aleppo, 2.000 Personen nahe Mardin bei Angriffen der Banditen und arabischen Stämme getötet. Rund 5.000, oder etwas mehr Menschen wurde bei den Angriffen im Gebiet Dersim getötet. Die Zahl der Verluste beweist, dass ein Massaker an Armeniern keineswegs in Frage kam. Von einem Völkermord kann nicht die Rede sein, solange es noch nicht mal ein Massaker gegeben hat.

Im Rahmen dieser Informationen wurden während der Umsiedlung 9 bis 10 Tausend Menschen getötet. Aus Dokumenten ist ferner zu entnehmen, dass manche verhungert sind. Außerdem kamen 25 bis 30 Tausend Menschen wegen Epidemien wie Typhus oder Dysenterie, sowie klimatischer Bedingungen ums Leben. Rund 40 Tausend Menschen starben aus diesen Gründen.

Der Rest von 10 bis 16 Tausend Personen konnte das Endziel nicht erreichen, da sie nach der Einstellung der Umsiedlung in den Provinzen aufgehalten wurden, in denen sie sich zu diesem Zeitpunkt befanden. Zum Beispiel wurde am 26. April 1916 an die Präfektur von Konya ein Schreiben entsandt, worin die Ansiedlung der Armenier in diesem Gebiet angeordnet wurde, welche sich noch auf dem Weg befanden. Außerdem wurde vermutlich ein Teil der Armenier während der Umsiedlung nach Russland, in westliche Staaten und nach Amerika entführt.

Einträge belegen, dass 50.000 Armenier aus der osmanischen Armee während der Umsiedlung zu der russischen Armee übergegangen sind. 50.000 Armenier seien drei bis vier Jahre in der amerikanischen Armee für den Kampf gegen die Türken ausgebildet worden. Ein Schreiben des in Amerika lebenden Armeniers an den Anwalt Murad Muradyan in Elazig umfasst diese Informationen. Im Schreiben heißt es, ein Teil der Armenier sei nach Russland und Amerika entführt worden. Die in Amerika ausgebildeten 50.000 Soldaten würden in Richtung Kaukasien starten. Wie aus all diesen Dokumenten und Informationen zu entnehmen ist, reisten mehrere armenische Staatsbürger des Osmanischen Reiches, vor dem Krieg oder während des Krieges nach Amerika, Russland und in andere Länder. Der armenische Geschäftsmann Artin Hotomyan teilte in seinem Schreiben vom 19. Januar 1915 aus Amerika an das osmanische Polizeipräsidium mit, dass mehrere Tausende Armenier nach Amerika verschleppt worden sind, die in Armut und Hunger lebten.

Diese Informationen zeigen, dass die Zahl, der in verschiedenen Teilen des Osmanischen Reiches lebenden Armenier, mit der Zahl der Armenier in den neuen Siedlungsgebieten übereinstimmt und dass es während der Führung und Ansiedlung zu keinem Massaker gekommen ist.

Auf der anderen Seite ist auszurechnen, dass die Zahl der osmanischen Armenier mit den 500.000 Umgesiedelten, den von der Umsiedlung ausgeschlossenen Katholiken und Protestanten, den in Istanbul, Bursa, Kütahya usw. lebenden und den in russischer Besetzung stehenden östlichen Provinzen, wie Van und Kars wohnenden zwischen 600.000 und 800.000 lag. Der Vorsitzende der armenischen Delegation, Boghos Nubar Pascha, schickte 1918 einen Bericht an den französischen Außenminister Monsieur Gout. Darin schrieb Nubar Pascha: Aus der Türkei seien insgesamt 390.000 Menschen deportiert worden, davon 250.000 aus Kaukasien, 40.000 aus dem Iran, 80.000 aus Syrien und Palästina und 20.000 aus Mousul und Bagdad. Die Deportationen hätten eigentlich 600 bis 700 Tausend Menschen erreicht, wovon die in verschiedene Teile der Wüsten verteilten Personen ausgeschlossen seien. Aus der Information von Boghos Nubar Pascha ist zu entnehmen, dass 290 Tausend Menschen, nicht im Rahmen der Umsiedlung die osmanischen Territorien verlassen haben.

Wenn man 290 Tausend von der mit rund 600 bis 700 Tausend angegeben Zahl der umgesiedelten Armeniern abzieht, erhält man eine Zahl von ca. 400 Tausend Menschen. Mit den Zahlen des Vorsitzenden der armenischen Delegation aus dem Jahre 1918, also nach Abschluss der Umsiedlung stimmen die Zahlen in osmanischen Dokumenten überein. Dies wiederum widerlegt die Behauptungen nach einem Völkermord an den Armeniern.

Ausländische und besonders armenische Quellen beinhalten zu diesem Thema die folgenden Informationen:

Dem von Noradungian Gabrial zum Unterausschuss der Lausanner- Konferenz vorgelegten Bericht nach, verließ im Ersten Weltkrieg insgesamt 695 Tausend Armenier das Osmanische Reich. Davon reisten 345 Tausend nach Kaukasien, 140 Tausend nach Syrien, 120 Tausend nach Griechenland und auf die Ägäischen Inseln, 40 Tausend nach Bulgarien und 50 Tausend in den Iran.

Der armenische Funktionär Hatisov (später armenischer Staatspräsident) berichtete in seiner Botschaft an Hüseyin Rauf Bey, der an der Konferenz in Trabzon (14. März – 14. April 1918) teilnahm, von 400 Tausend Armeniern, die aus dem Osmanischen Reich nach Kaukasien geflüchtet sind.

Der armenische Professor Dr. Richard Hovannisian schreibt in seinem Werk über die Statistik der armenischen Bevölkerung, dass aus arabischen Ländern, ausschließlich aus Syrien, 50 Tausend Armenier nach Libanon, 10 Tausend nach Jordanien, 40 Tausend nach Ägypten, 25 Tausend in den Irak sowie 35 Tausend nach Frankreich und Amerika ausgewandert sind.

Diese, von Armeniern und Ausländern gegebenen Zahlen belegen, dass mehrere Armenier nicht im Rahmen der Umsiedlung, sondern auf den eigenen Wunsch hin die Türkei verlassen haben. Denn insgesamt wanderten 855.000 Armenier mit eigenem Willen aus, davon 345 Tausend nach Kaukasien, 140 Tausend nach Syrien, 120 Tausend nach Griechenland und auf die Ägäischen Inseln, 40 Tausend nach Bulgarien, 50 Tausend in den Iran, 50 Tausend nach Libanon, 10 Tausend nach Jordanien, 40 Tausend nach Ägypten, 25 Tausend in den Irak und 35 Tausend nach Frankreich, Österreich und in die USA.

Im Rahmen dieser Tatsachen kann ein Völkermord, wie die Armenier es behaupten, oder die Vernichtung von 2 bis 3 Millionen Armeniern nicht möglich gewesen sein.

Abgesehen davon hätte der Osmanische Staat andere Lösungen, wie die Assimilation oder den Krieg gefunden, hätte er seine armenischen Staatsbürger vernichten wollen. Dagegen genossen die Armenier innerhalb des Osmanischen Reiches umfangreichere Möglichkeiten als die Türken. Dass die Armenier davon träumten, die während, des Ersten Weltkrieges kontrollierten Orte zu erhalten und einen unabhängigen armenischen Staat zu gründen, für diesen Zweck in den Rücken des Osmanischen Staates fielen, dessen Bürger sie waren, sowie ihre Aufstände, hatten eine Umsiedlung notwendig gemacht. Die Umsiedlung der Armenier hatte nicht ihre Ausrottung, sondern die Gewährleistung der Sicherheit des Staates und der Armenier zum Ziel und war weltweit die erfolgreichste Umsiedlung.

Überfälle auf armenische Siedlerkolonnen und Maßnahmen des Staates

Während der Umsiedlung der Armenier wurden auf einige Kolonnen, besonders im Gebiet zwischen Aleppo und Zor von der einheimischen Bevölkerung Angriffe verübt. Einem Telegramm vom 8. Januar 1916 nach wurden auf der Strecke zwischen Meskene und vor Aleppo mehrere Armenier bei Raubüberfällen der arabischen Banditen getötet. Rund 2.000 Armenier, die aus Diyarbakir nach Zor und aus Suruc über Menbic nach Aleppo geführt sind, wurden von arabischen Räubern überfallen und ausgeraubt. Im Gebiet Diyarbakir wurden rund 2.000 Menschen von Banden und Räubern getötet. Zwischen Erzurum und Erzincan kam eine 500-köpfige Kolonne bei Angriffen der einheimischen Stämme ums Leben.

Die Osmanische Regierung maß, ungeachtet des anhaltenden Krieges an den Fronten gegen die Feinde, der Gewährleistung der Sicherheit der armenischen Kolonnen große Bedeutung bei. Aufsichtsdelegation wurden gegründet und in betreffende Gebiete entsandt, die eine mögliche Fahrlässigkeit und Korruption der Beamten streng kontrollierten. Diese Delegation stellte allen Verantwortlichen, deren Schuld bewiesen wurde, beim Kriegsgericht aus. Mehrere Beamten wurden vom Dienst suspendiert und erhielten schwere Strafen.

Von der Umsiedlung ausgeschlossene Armenier

Das Umsiedlungsgesetz umfasste nicht alle Armenier. Dem am 2. und 15. August 1915 an die betreffenden Präfekturen entsandten Telegramm nach, waren katholische und protestantische Armenier, armenische Offiziere, sowie Sanitätsoffiziere, armenische Mitarbeiter der Osmanli Bank, der Verwaltungen und Konsulate von der Umsiedlung ausgeschlossen, solange sie dem Staat treu waren. Umgesiedelt wurden nur gregorianische Armenier. Denn nur sie waren in staatsfeindliche Tätigkeiten verwickelt.

Außerdem waren auch Kranke, Behinderte, ältere Menschen, Waisenkinder und Witwen von der Umsiedlung ausgeschlossen, welche in Waisenhäusern, sowie Dörfern unter Schutz genommen wurden und deren Kosten der Staat übernahm. In einem am 30. April 1916 veröffentlichten Befehl wurde die Ansiedlung der Familien, deren Männer überführt wurden oder beim Militär waren, in Dörfer und Ortschaften, wo ausschließlich nur Armenier als Ausländer lebten, angeordnet. Die Verpflegungskosten dieser Menschen sollten aus dem Auswandererfond gedeckt werden.

Das Vermögen der umgesiedelten Armenier

Mit einer am 10. Juni 1915 veröffentlichten amtlichen Mitteilung wurden Land und jegliche Besitztümer der Armenier unter Schutz genommen. Unerhaltbare Güter, Tiere, Werkstätten und andere Immobilien wurden von Kommissionen versteigert und der Erhalt wurde an die Besitzer geschickt.

Die Rückführung der umgesiedelten Armenier

Der Beschluss über die Umsiedlung der Armenier wurde am 8. Februar 1916 außer Kraft gesetzt. Mit einer Verordnung wurde angekündigt, dass die nach dem Ende des Ersten Weltkrieges umgesiedelten Armenier wieder in ihre früheren Gebiete zurückkehren können. In seinem Schreiben vom 4. Januar 1919 an das Ministerpräsidium kündigte Innenminister Mustafa Pascha an, dass betreffenden Behörden die Fassung der erforderlichen Maßnahmen für die Rückkehr der Armenier befohlen worden ist.

Berichte im Ausland über die Umsiedlung

Ungeachtet der Gutachten ausländischer Beobachter in den Umsiedlungsgebieten, wonach die Osmanische Regierung trotz des anhaltenden Ersten Weltkrieges an mehreren Fronten die Umsiedlung äußerst sorgfältig und erfolgreich durchgeführt hatte, erschienen in der westlichen Presse über die Umsiedlung falsche und parteiische Berichte. Der amerikanische Konsul in Mersin, Edward Natan, stellte in seinem Bericht fest, dass die Überführung ordnungsmäßig anhielt. Trotz dieses Berichtes übertrug dagegen der amerikanische Botschafter in Istanbul, Morgenthau, gegensätzliche Informationen an sein Land, welche von der amerikanischen Presse gegen die Türken eingesetzt wurden.

Nach Debatten des englischen Parlaments über die im Rahmen der Berichte vom englischen Konsul im Iran gestellten Behauptungen, wonach 1.000.000 Armenier getötet worden seien, wurde beschlossen, gegen die türkische Regierung zu protestieren. In dem “Blauen Buch”, das in England erschien, wurde ferner behauptet, eindrittel der im Osmanischen Reich lebenden angeblichen 1.800.000 Armenier, seien massakriert worden.

Untersuchungen der Ausländer

Die ersten Untersuchungen zu diesem Thema wurden gleich nach dem Ende des Ersten Weltkrieges von Engländern durchgeführt. Die Engländer, die ihre Überlegenheit als Sieger des Krieges ausnutzten und zur Verurteilung, der unter dem Verdacht des Kriegsverbrechens festgenommenen 143 Türken Untersuchungen vornahmen, konnten keine Informationen und Dokumente finden, welche auf einen Völkermord hinwies.

In den darauf folgenden Jahren hielten die Behauptungen nach einem Völkermord an. Mit falschen Informationen und gefälschten Dokumenten versuchte man eine betreffende öffentliche Meinung zu bilden. Dabei wurden Politiker einiger Länder ausgenutzt. 69 amerikanische Wissenschaftler legten am 19. Mai 1985 dem US-Repräsentantenhaus einen Bericht vor, nachdem Versuche unternommen wurden, eine Resolution über den angeblichen Völkermord an Armeniern im Repräsentantenhaus zu verabschieden. Dieser Bericht ist äußerst wichtig und umfasst kurzgefasst die folgenden Informationen:

“Das heute Türkei, oder besser gesagt als die Türkische Republik genanntes Gebiet, war vom 14. Jahrhundert bis zum Jahr 1922 ein Teil des Osmanischen Reiches, das ein multireligiöser und multinationaler Staat war. Die Gleichstellung des Osmanischen Reiches mit der heutigen Türkischen Republik ist genau so falsch, wie die Gleichstellung des Habsburger Reiches mit der heutigen Republik Österreich.

Türkische und osmanische Forschungen, sowie amerikanische Akademiker, Spezialisten für den Raum Nahen- Osten, deren Unterschrift sie unten finden, vertreten die Meinung, dass die Formulierung der Resolution Nummer 192 des amerikanischen Repräsentantenhauses in mehreren Hinsichten irreführend, sowie falsch ist. Unsere Vorbehalte konzentrieren sich hauptsächlich auf die Benutzung der Wörter “Türkei” und “Völkermord” und können wie folgend zusammengefasst werden:

Das Osmanische Reich, das durch die, mit der türkischen Revolution gegründeten heutigen Türkischen Republik im Jahre 1922 von der Geschichtsszene gelöscht worden ist, war ein Staat, zu der die Territorien und Völker von mehr als 25 heutigen Ländern in Südosteuropa, Nordafrika und im Nahen- Osten gehörte. Die Türkische Republik ist nur einer dieser 25 Länder. Die Türkische Republik kann für keinen Vorfall aus der osmanischen Zeit verantwortlich gemacht werden.

Über die Beschuldigungen wegen “Völkermordes”: Keiner der Signatare dieser Erklärung will die Leiden der Armenier unterschätzen. Wir sind der Meinung, dass auch die Leiden der moslemischen Bevölkerung im selben Gebiet genau so bewertet werden müssen. (…) Um aber zwischen Angreifer und Unschuldigen zu unterscheiden und die Gründe der Vorfälle festzustellen, müssen Historiker noch an mehrere Dokumente und Informationen gelangen.

Beschuldigungen, wie in der Resolution Nummer 192 des Repräsentantenhauses, werden unvermeidbare Folgen haben, wie ein ungerechtes Urteil gegen das türkische Volk, sowie die Beeinträchtigung der Fortschritte, die die Historiker in jüngster Zeit beim Verstehen dieser tragischen Vorfälle zu verzeichnen begonnen haben.

Eine Zustimmung des amerikanischen Kongress, zum Beschluss wird eine Versuchung sein, gesetzlich über die richtige Seite eines historischen Problems zu entscheiden. Ein, auf verdächtigen historischen Vermutungen beruhender solcher Beschluss, wird der aufrichtigen historischen Forschung, sowie der Glaubwürdigkeit der amerikanischen Legislative schaden.”

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